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Saison 2020/2021, Corona, wie gehts weiter

@legionpanrher76: Ich habe nicht behauptet, dass die Vereine so schnell wie möglich starten wollen, sondern dass sie in der Mehrheit gewillt sind, die Saison durchzuziehen. Eine Absage der Saison wird nach meiner Kenntnis derzeit von keinem Verein offiziell befürwortet. Letztlich muss man eben schauen, welche Alternativen möglich sind. Dass eine 20%ige Zuschauerauslastung für die meisten Vereine erhebliche Einschränkungen bedeuten würde, ist doch klar. Eine Garantie, dass die Saison durchgezogen werden kann, gibt es nicht, aber dennoch sollten alle Beteiligten alles Mögliche versuchen, um es zu ermöglichen. Denn die negativen Konsequenzen einer Absage dürften für die meisten Vereine, die Liga und die Sportart noch deutlich größer sein.

Wenn du dir die Geschichte des deutschen Eishockeys anschaust, dann ist es sicherlich ein Erfolg, dass in den letzten Jahren keine Vereine mehr Insolvenz anmelden mussten (die Situation in Hamburg war ja auch eher speziell). Zum Vergleich haben in diesem Jahrzehnt in der Basketball Bundesliga sechs Vereine einen Insolvenzantrag stellen müssen (Hagen, Trier, Würzburg, Gießen, Göttingen und Düsseldorf). In der Handball Bundesliga dürfte es kaum besser aussehen. Da bringen mir auch tolle Ligasponsoren und internationale Wettbewerbe wenig, wenn es am Ende immer wieder für einige Vereine nicht reicht um wirtschaftlich zu überleben. Inwieweit die Außendarstellung bei Handball und Basketball besser sein soll, kann ich auch nicht wirklich nachvollziehen. Basketball Bundesliga und DEL laufen beide auf Telekom Sport und die Handball Bundesliga auf Sky. Ich denke, gerade in diesem Bereich kann man mit der Entwicklung mehr als zufrieden sein. Die Zeiten, in denen man auswärts auf Liveticker und Webradio angewiesen war, sind vorbei.

Natürlich gibt es Vereine, bei denen es finanzielle Probleme gibt. Dass lässt sich in Deutschland für Sportarten abseits des Fußballs derzeit einfach nicht verhindern. Im Vergleich steht die DEL aber für mich nicht besonders schlecht da. Dass die Oberliga insgesamt im Vergleich zur DEL die gesündere Liga sein soll, halte ich für ziemlich fernliegend. Dort trifft es doch gefühlt jährlich mindestens einen Verein (zuletzt Sonthofen).

 

Alle Geschäftsführer die sich bisher öffentlich dazu geäußert haben sind alles anders als gewillt die Saison zu starten. Nur mal ein Auszug aus dem aktuellen Artikel der Eishockeynews.

Köln: "Das treibt einem die Blässe ins Gesicht. Mit 20 Prozent Zuschauern und ohne staatliche Hilfen geht es nicht. Man muss kein Mathe-Genie sein, um zu merken, dass es nicht hinhaut. Unser Geschäftsmodell wird gerade verboten."

Nürnberg: "Draufzahlgeschäft", wenn die Hallen nur zu 20 Prozent gefüllt werden dürfen. "Das bringt uns nicht viel weiter. So ist kein Überleben möglich. So machst du die Vereine kaputt"

Straubing: "Zur im Beschluss empfohlenen Reduzierung der Zuschauerzahl auf 20 Prozent der Stadionkapazität kann ich zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass dies bei einer derzeitigen Gesamtkapazität unseres Stadions von etwa 5.650 Zuschauern lediglich 1.150 Personen entspräche und in unserem Fall so definitiv nicht darstellbar wäre."

Wenn jemand meint es würde der Liga, Nachwuchs und dem Sport allgemein schadet wenn die Saison ausfällt der sollte doch mal darüber nachdenken was es für Auswirkungen hätte wenn jeder 2. DEL Verein nach der Saison Insolvent ist. Und bitte nicht wieder mit der Probezeit anfangen, die Zahlen werden in der kalten Jahreszeit wieder schlechter und dann wird man nicht mal die 20% halten können.

Also egal mit wieviel Zuschauern wir starten können ist diese Saison nicht zu planen.
Es kann nur mit Risiko und Prinzip Hoffnung gearbeitet werden. Die Saison kann jederzeit abgebrochen werden auch wenn wir mit voller Auslastung anfangen.

Natürlich wird es für die meisten Vereine schwer mit 20% Stadionauslastung und ohne weitere staatliche Unterstützung die Saison ohne größere Verluste abzuschließen. Dass die Geschäftsführer das jetzt artikulieren, ist absolut nachvollziehbar. Evtl. besteht ja die Möglichkeit auf diese Weise in den nächsten Wochen doch noch die eine oder andere Erleichterung herauszuschlagen.

Nur wenn es bis Mitte November nicht zu weiteren Erleichterungen kommt, ist doch die Frage welche Alternative das geringere Übel darstellt. Ich sehe nicht inwieweit eine Absage der Saison groß hilfreich sein sollte. Der Anteil der Fixkosten dürfte bei den meisten Vereinen ziemlich groß sein und die Einnahmen dürften durch eine Absage der Saison ziemlich gering sein. Wenn man die Saison startet besteht dagegen zumindest die Chance, dass sich die Situation im Laufe des Jahres verbessert und evtl. doch ein größerer Teil der Fans in die Stadien gelassen werden kann. Klar ist da viel Hoffnung dabei und klar besteht auch die Möglichkeit, dass die Saison dann aufgrund steigender Zahlen doch abgebrochen werden muss. Letztlich kann das zum jetzigen Zeitpunkt niemand mit Sicherheit abschätzen. Durch die Absage der Saison aber würde man sich die Chance positiver Entwicklungen von vorneherein selbst nehmen.

Man wird sehen, wie sich die Verantwortlichen letztlich entscheiden werden. Letztlich werden die besser abschätzen können was wirtschaftlich realisierbar ist.

@beapanther

Aus den Statements, kann ich nur ablesen, dass 20% Zuschauer erhebliche Einbußen bedeuten und nicht kostendeckend gewirtschaftet werden kann. Um das zu bewerten braucht man weder mehr Zahlen, noch muss man ein Genie sein. Dass damit die Saison abgesagt wird hat keiner gesagt. Einen ersten Anhalt werden wir am Montag haben.

Beispiel ERC, geschätzte Zahlen auf Grundlage dessen, was veröffentlicht wurde.

Perskosten (mit 25% Abzug) Mannschaft 3 Mio

Berufsgenossenschaft 1 Mio

Geschäftsstelle 1 Mio

Macht Fixkosten 5 Mio (eher konservativ gerechnet)

Bei einem Etat von 10 Mio würde das ohne die 25% Abzug bei den Spielergehältern variable Kosten von 4 Mio bedeuten.

Einnahmen bisher:

Zuschauer 3 Mio

Catering 1 Mio

Sponsoring und Merchandising 5 Mio

Magenta und Penny 1 Mio

Sollte mit 1000 Zuschauern gespielt werden können bleiben da 0,75 Mio (Bei konstanten Ticketpreisen, wenn man bedenkt, dass es dann nur noch Sitzplätze gibt dürften die nach oben gehen). Catering entfällt. Magenta (wird nicht weniger werden, die werden ja sogar mehr Zuschauer und Abos haben) und Penny bleiben auch 0,75 Mio. Jetzt kommt es auf die Sponsoren an, wenn die um 50% (Reichweite durch Magenta ist auf jeden Fall gegeben!) kürzen und Merchandising um 50% zurück geht bleiben 2,5 Mio (die 50% Kürzung sind für mich bei den Sponsoren sehr hoch gegriffen!). Damit wären die variablen Kosten gedeckt. Das Minus für die Saison wären 5 Mio.

Wenn nicht gespielt wird müssen die Fixkosten von 5 Mio trotzdem berappt werden, ohne Einnahmen und ohne die Hoffnung, dass man das Minus im Saisonverlauf vielleicht noch reduzieren kann. Dazu kommt ein nicht bewertbarer Rückschritt bei der Vermarktung der DEL der sich sicherlich über mehrere Jahre fortschreiben wird.

Zu glauben, dass durch die Absage der Saison mehr Vereine überleben werden halte ich für einen Trugschluss. Nicht mal die größten Optimisten werden daran glauben, dass auch nur ein Verein ohne ein deutliches Minus aus der Saison gehen wird, egal ob gespielt wird oder nicht. Die Vereine werden zweifelsohne sehr genau rechnen ob es sich lohnt und mit Sponsoren verhandeln. Wenn meine Rechnung ansatzweise stimmt (und so weit werde ich nicht daneben liegen, ich gehe sogar davon aus, dass die Fixkosten deutlich höher liegen werden) dann beträgt das Risiko ca. 1 Mio, wenn gar keine Zuschauer in die Halle dürfen. Also im schlimmsten Fall 5 Mio minus mit zusätzlich der Hypothek der Vermarktung der DEL gegenüber 6 Mio minus mit der Chance die zu drücken, vielleicht sogar auf unter 3 Mio.

Wer ein Minus von 3, 5 oder 6 Mio überleben würde kann sich jeder selbst ausmalen.

@jahnstrassenrelikt71

Ja, schade das du die Aussagen der Geschäftsführer so interpretierst. Auch die Auffassung vom @julian kann ich nicht nachvollziehen das sie mit den Aussagen evtl. nur mehr Geld rausholen wollen.

Zu deiner Rechnung: Zum einen kenne ich nicht die Zahlen, noch finde ich sie sehr verwirrend um sie bewerten zu können. Für mich ist es nicht ersichtlich was nun welche mögliche Variante der Saison, Ausfall oder 20%, unterm Strich kostet. Dazu fehlen mir auch die mögliche Komponente Kurzarbeit. In der Vergangenheit wurde bei Personalkosten immer von 60-70% ausgegangen. Das wäre dann schon mal das doppelte wie deine 3Mio. Was kostet eigentlich die Halle? In welchem Punkt der Fixkosten ist diese drin? Deine "Einnahmen bisher" sind mit welchen Zuschauerzahlen gerechnet? Was steckt in deinen 4Mio variablen kosten drin? Was kostet uns eigentlich das Hygienekonzept?

Nochmal: Keiner weis ob überhaupt 20% konstant ins Stadion wollen, du gehst davon aus. Laut einer Umfrage (Fußball) will jeder 4. diese Saison nicht ins Stadion.

Das diese Saison so oder so mit einem dicken Minus endet war vorher schon klar. Nur bin ich der Meinung das es bei einer Absage deutlich geringer ausfällt da die gesamte Saison, falls die komplett stattfindet, unter den Momentanen Umständen nicht kostendeckend gearbeitet werden kann und somit das Minus mit fortschreitender Saison größer wird.

 

Also die Oberliga Süd will schon mal spielen

https://www.eishockeynews.de/oberliga/oberliga-sued

Also ich habe jetzt mitgezählt. Seit der Verkündung dass nur 20% ins Stadion dürfen gab es 5 Bekanntmachung von neuverflichtungen oder Vertragsverlängerung. Wenn man gewillt wäre die Saison abzusagen, dann wäre das meinesachtens nicht in solcher Weise geschehen. Ich glaube es wird eine Saison geben, denn egal wie viel gejammert wird, zurecht, es wird im der Personalstruktur nicht anders vorgegangen.

 

Egal welche Zahlenspiele wir hier machen, für mich steht die Entscheidung dass es eine Saison geben wird. Nur wie bleibt die Frage,?

Höchstwahrscheinlich wurden die Verträge schon vor der 20% Verkündung gemacht. So lang die Saison auch nicht abgesagt ist wäre es auch falsch die Planung nicht voranzutreiben. Das die Saison abgesagt wird hat bisher auch noch niemand behauptet.

@beapanther

Auch wenn ich glaube, dass Du es nicht verstehen willst, hier der letzte Versuch.

“Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld muss grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder auf wirtschaftlichen Gründen beruhen.“ Wenn die DEL selbst entscheidet, die Saison abzusagen ist das kein unabwendbares Ereignis, die wirtschaftlichen Gründe sind selbst herbeigeführt. Zudem dient die Kurzarbeit dem Erhalt von Arbeitsplätzen, da fällt die Argumentation bei befristeten Verträgen, die in 6 Monaten eh ablaufen sehr schwer. Letzter Punkt, die Arbeitnehmer müssen der Kurzarbeit zustimmen.
Kurz, wenn Du immer noch glaubst, dass die Spielergehälter gekürzt, verringert, oder sogar nicht bezahlt werden müssen, solange die GmbH noch besteht und zahlungsfähig ist... Träum weiter! Bei einer Klausel, es wird nur gezahlt, wenn auch gespielt wird Würde mich mal eine Bewertung von @julian interessieren. Meiner Ansicht nach wäre so eine Klause sittenwidrig und damit unwirksam ( aber egal, sowas unterschreibt doch keiner, der bei klarem Verstand ist und noch dazu einen Teil seiner Einkünfte in einen Berater investiert!). Außerdem sollen ja pro Verein 800.000 € vom Staat fließen, da wird sich der Staat aber freuen, wenn er nochmal was drauf legen soll....

Wenn Du sagst, der Etat für die Spielergehälter wäre höher, als von mir angenommen, bitte sehr gerne! Mit den von mir angenommenen und in den letzten Jahren auch angesprochenen 5 Mio und 1000 Zuschauern im Stadion ist es aus finanzieller Sicht egal, ob die Saison gespielt wird oder oder nicht. Das Minus des ERC bleibt gleich (5 Mio). Mit Deinen 7 Mio macht der ERC mindestens 1,5 Mio mehr miese wenn die Saison abgesagt wird als wenn gespielter.

Zum Thema naiv... Die Geschäftsführer sagen jetzt natürlich dass sie mit den 20% Auslastung ersteinmal leben können..... Natürlich poltern die, auch wenn sie mit solchen Zahlen gerechnet haben! Egal ob die Saison gespielt wird oder nicht, in jedem Fall steht die Existenz der meisten, wenn nicht aller Vereine/GmbHs auf dem Spiel. Bei 50% Auslastung der Stadien, mag es noch sein, dass die meisten überleben können und dann die nächsten 5-10 Jahre kürzer treten müssen. Die stehen mit dem Rücken zur Wand, weil sie ohne Saison auch nicht überleben können!